Angriff der CPI (Maoist) auf Konvoi der Kongresspartei

Im weiteren dokumentieren wir den Artikel der reaktionären Zeitung die Welt (vom 26.5.13) über den Angriff der CPI (Maoist) auf die Politiker und Lakaien der Kongresspartei und den ehemaligen Innenminister der Region Chhattisgarh.

Beim schwersten Angriff maoistischer Rebellen seit drei Jahren sind in Indien mindestens 23 Menschen getötet worden. Eine Gruppe von 300 schwer bewaffneten Kämpfern lauerte in einem Urwaldgebiet des zentralen Bundesstaats Chhattisgarh einem Konvoi der Kongresspartei auf, wie die Polizei mitteilte. Unter den Toten des Hinterhalts waren mehrere hochrangige Politiker, mehr als 30 Menschen wurden zumeist schwer verletzt.

Der Vorsitzende der Kongresspartei in Chhattisgarh, Nand Kumar Patel, und sein Sohn wurden während des Angriffs getötet, sagte der Polizeichef des Bundesstaates, Ramniwas, der Nachrichtenagentur AFP. Auch der ehemalige Innenminister des Bundesstaates, Mahendra Karma, war unter den Toten. Der frühere Bundesminister Vidya Charan Shukla wurde schwer verletzt nach Neu Delhi geflogen, wie der Vizevorsitzende der Kongresspartei, Rahul Gandhi, mitteilte. Gandhi flog selbst nach Raipur, der Hauptstadt von Chhattisgarh.

„Die Zahl der Toten liegt nun bei 23“, sagte Polizeichef Ramniwas. „Wir können zudem bestätigen, dass 32 Menschen verletzt wurden, die meisten von ihnen schwer.“ Nach Polizeiangaben zündeten die Rebellen bei dem Hinterhalt im Bastar-Bezirk zunächst eine Bombe und schossen dann wahllos auf den Konvoi, der auf dem Rückweg von einer politischen Kundgebung war. Auch fünf Polizisten wurden demnach getötet. Ein Augenzeuge sagte, zwei Wagen seien durch die Explosion zerstört worden. Die Schießerei habe anderthalb Stunden gedauert.

Die Vorsitzende der Kongresspartei, Sonia Gandhi, verurteilte den Angriff als „schockierend“. „Es ist verabscheuungswürdig, dass normale Menschen, die sich politisch engagieren, attackiert wurden“, sagte sie nach einer Dringlichkeitssitzung mit Premierminister Manmohan Singh. Dieser nannte die Maoisten die „größte innere Sicherheitsbedrohung Indiens“ und rief zu einer Verstärkung des Kampfs gegen sie auf. Der Regierung des Bundesstaates Chhattisgarh versprach er „jede notwendige Hilfe“.

Maoistische Rebellen kämpfen seit 1967 in ländlichen Gegenden Zentral- und Ostindiens gewaltsam gegen die Staatsmacht. Sie fordern vor allem mehr Rechte für landlose Bauern und rufen zum Umsturz der „halbkolonialen und halbfeudalen“ Machtstrukturen Indiens auf. Erst vor zwei Wochen waren drei Polizisten bei einem Angriff von Maoisten auf einen staatlichen Rundfunksender in Chhattisgarh getötet worden. Im April 2010 wurden 76 Polizisten bei einem Maoisten-Angriff getötet. Insgesamt wurden beim Kampf der Maoisten zehntausende Menschen getötet.

Seit 2009 läuft eine großangelegte Offensive der Sicherheitskräfte gegen die Maoisten. Doch tun sich die oft schlecht ausgebildeten Polizisten schwer beim Vorgehen gegen die Rebellen. Kritiker mahnen, dass der Konflikt nur durch politische und soziale Reformen und Fortschritte bei der Entwicklung der vernachlässigten ländlichen Gebieten zu lösen ist.

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